Haare färben in der Stillzeit: Was Experten wirklich empfehlen

10.07.2025 Allgemein
Haare färben in der Stillzeit: Was Experten wirklich empfehlen -

Haare färben während der Stillzeit beschäftigt viele frischgebackene Mütter, die sich nach einer optischen Veränderung sehnen, aber unsicher sind, ob dies ihrem Baby schaden könnte. Während die einen komplett darauf verzichten, färben andere ohne Bedenken weiter. Doch was ist tatsächlich die richtige Entscheidung?

Experten sind sich in dieser Frage nicht immer einig, allerdings gibt es fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse und offizielle Empfehlungen, die Orientierung bieten können. Die gute Nachricht: Ein generelles Verbot ist nicht notwendig, dennoch sollten bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden.

In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie, was deutsche und internationale Behörden zum Thema Haarefärben in der Stillzeit sagen, welche Inhaltsstoffe bedenklich sein könnten und welche sichereren Alternativen es gibt. Zusätzlich geben wir praktische Tipps, wie Sie – falls gewünscht – Ihre Haare während der Stillzeit möglichst sicher färben können.

Was sagen Experten und Behörden zum Haarefärben in der Stillzeit?

Viele stillende Mütter wundern sich, ob das Färben der Haare schädlich für ihr Baby sein könnte. Die gute Nachricht vorweg: Die meisten Expertenmeinungen und offiziellen Behörden geben grundsätzlich Entwarnung.

Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR)

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in Deutschland nimmt eine klare Position ein: "Hinweise auf gesundheitliche Risiken durch Haarfärbemittel, die während der Schwangerschaft und Stillzeit verwendet werden, liegen derzeit nicht vor." Diese Einschätzung basiert auf umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen und Risikobewertungen.

Der Wissenschaftliche Ausschuss Verbrauchersicherheit (SCCS) schließt in seinen Bewertungen auch besonders empfindliche Personen mit ein. Laut BfR ist ein vorsorglicher Verzicht auf das Färben der Haare während der Stillzeit aus wissenschaftlicher Sicht nicht notwendig. Damit gibt die höchste deutsche Instanz für Risikobewertung Entwarnung für stillende Mütter.

Dr. Wolfgang Paulus, Leiter des Instituts für Reproduktionstoxologie am Krankenhaus St. Elisabeth in Ravensburg, bestätigt diese Einschätzung: "Frauen, die stillen, können sich ihre Haare färben – ohne Nebenwirkungen fürs Kind." Diverse Studien haben gezeigt, dass die beim Friseur eingesetzten Haarfärbemittel nachweislich keinen Schaden verursachen.

EU-Kosmetikverordnung und zugelassene Inhaltsstoffe

Die Europäische Kommission hat strenge Regelungen für kosmetische Produkte aufgestellt. In der EU dürfen Hersteller ihre Haarfarben nur verkaufen, wenn die Inhaltsstoffe den strengen Sicherheitsanforderungen entsprechen. Dies wird durch die Europäische Kosmetikverordnung geregelt.

Besonders wichtig: Um Produkte in der EU zu vermarkten, müssen Hersteller dafür sorgen, dass alle Inhaltsstoffe toxikologisch bewertet werden. Substanzen, die nachweislich schädlich sind, beispielsweise krebserregende Stoffe, wurden konsequent verboten.

Die Wissenschaftliche Risikobewertung gilt als Grundlage für alle Zulassungen. Der wissenschaftliche Kosmetikausschuss der EU hat eine Liste mit zulässigen Inhaltsstoffen für Haarfärbemittel erstellt, die regelmäßig aktualisiert wird. Diese strengen Regulierungen sorgen dafür, dass in Deutschland und der EU zugelassene Haarfarben als sicher eingestuft werden können.

Internationale Einschätzungen (z. B. NHS Großbritannien)

Auch international kommen Experten zu ähnlichen Einschätzungen. Laut einer Heidelberger Studie sind zwar Chemikalien aus Haarfärbemitteln in der Muttermilch und im Fettgewebe des Säuglings nachweisbar, allerdings gibt es keinen einzigen dokumentierten Fall, der darauf hindeutet, dass ein Kind durch das Haare Färben der Mutter geschädigt wurde.

Experten weisen darauf hin, dass stillende Mütter sich grundsätzlich die Haare färben können. Für besonders vorsichtige Mütter empfehlen Stillberaterinnen dennoch, in der Stillzeit möglichst Pflanzenfarben auszuprobieren oder gegebenenfalls nur Strähnen (Mèches) färben zu lassen.

Während die Unbedenklichkeit von Haarfärbemitteln in der Stillzeit von den meisten Behörden bestätigt wird, gibt es trotzdem Empfehlungen zur Häufigkeit: Expertinnen und Experten raten, dass drei- bis viermal färben während einer sensiblen Phase wie der Schwangerschaft oder Stillzeit unbedenklich ist. Bei Unsicherheiten empfiehlt sich immer die Rücksprache mit einem Gynäkologen oder einer Gynäkologin.

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Die offiziellen Behörden in Deutschland und der EU sehen kein Risiko beim Haarefärben während der Stillzeit. Die strengen Regulierungen und Sicherheitsanforderungen an Haarfärbemittel bieten einen guten Schutz für Mutter und Kind.

Wie gelangen Stoffe aus Haarfarbe in den Körper?

Bei der Diskussion über Haare färben in der Stillzeit taucht immer wieder eine zentrale Frage auf: Wie gelangen die chemischen Substanzen aus der Haarfarbe überhaupt in den Körper? Die Antwort darauf ist entscheidend, um das tatsächliche Risiko für stillende Mütter und ihre Babys einzuschätzen.

Aufnahme über die Kopfhaut

Die Hautabsorption spielt eine wesentliche Rolle bei der Toxikologie von Haarfarben. Chemische Substanzen können durch die Haut in den Körper gelangen und potenzielle gesundheitliche Risiken bergen. Beim klassischen Haarefärben werden chemische Prozesse genutzt, um die Haarstruktur zu öffnen und Farbpigmente einzulagern. Dabei kommen oft Stoffe wie Ammoniak zum Einsatz, die über die Kopfhaut aufgenommen werden können.

Besonders kritisch betrachtet werden häufig:

  • Ammoniak: reizt Atemwege und Schleimhäute

  • PPD (p-Phenylendiamin): gilt als stark allergieauslösend

  • Konservierungsmittel und Parabene: können das Immunsystem beeinflussen

Allerdings ist die menschliche Haut zwar für viele Stoffe durchlässig, vor allem für fettlösliche Substanzen, jedoch ist wichtig zu verstehen, dass nicht alle Inhaltsstoffe in Kosmetika die inneren Hautschichten durchdringen können. Daher gelangen sie nicht in nennenswertem Maße in den Blutkreislauf.

Einfluss auf Muttermilch

Wenn chemische Substanzen über die Kopfhaut in den Blutkreislauf gelangen, können sie theoretisch auch in die Muttermilch übergehen. Tatsächlich nimmt die Mutter beim Haarfärben über die Kopfhaut und während des Auftragens über die Hände geringe Mengen der im Haarfärbeprodukt enthaltenen Substanzen auf.

Jedoch betonen Experten, dass die Menge an Chemikalien, die über die Kopfhaut in den Blutkreislauf gelangt und wiederum von dort aus in die Muttermilch einfließt, äußerst geringfügig ist. Das Bundesinstitut für Risikobewertung bestätigt ebenfalls: Obwohl Substanzen aus Haarfärbemitteln über die Kopfhaut der Mutter in ihren Blutkreislauf, die Muttermilch und bis hin zum Baby gelangen können, ist ihre Konzentration so gering, dass sie nach aktuellem Kenntnisstand niemandem schaden.

Dennoch sollten stillende Mütter wissen, dass prinzipiell alles, was sie über die Haut aufnehmen, potenziell auch in die Muttermilch übergehen kann – ähnlich wie bei Lebensmitteln, Getränken oder Medikamenten.

Bisher bekannte Studienlage

Die wissenschaftliche Datenlage zum Thema Haarefärben in der Stillzeit ist begrenzt, aber durchaus aufschlussreich. Eine bemerkenswerte Studie der Universität Heidelberg konnte nach dem Haare färben Spuren einiger Chemikalien in der Muttermilch nachweisen. Glücklicherweise zeigten sich trotz dieses Nachweises keine negativen Auswirkungen auf die Kinder.

Obwohl die Frage, wie schädlich Blondieren und andere Färbemethoden für stillende Frauen tatsächlich sind, seit Jahren kontrovers diskutiert wird, gibt es bislang keinen einzigen dokumentierten Fall, der darauf hindeutet, dass ein Kind durch das Haare färben der Mutter vergiftet oder geschädigt wurde.

Dr. Paulus betont in diesem Zusammenhang, dass bei Studien, die von Vergiftungen und möglichen Fehlbildungen durch Haare färben sprechen, die Ausgangssituation kritisch betrachtet werden muss: Basis dieser Studien seien oft Tierversuche, bei denen dem Muttertier extrem hohe Dosen eines Wirkstoffs verabreicht wurden, wie sie in der Realität nie vorkommen.

Insgesamt bestätigt die aktuelle Forschung die Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung, dass keine Hinweise auf gesundheitliche Risiken durch Haarfärbemittel während der Stillzeit vorliegen. Jedoch fehlen für zahlreiche Wirkstoffe noch ausreichende Untersuchungen, weshalb ein vorsichtiger Umgang mit Haarfärbemitteln während der Stillzeit generell empfehlenswert bleibt.

Welche Risiken bestehen durch chemische Haarfarben?

Chemische Haarfarben enthalten zahlreiche Inhaltsstoffe, die während der Stillzeit besondere Aufmerksamkeit verdienen. Obwohl das grundsätzliche Risiko als gering eingestuft wird, sollten stillende Mütter dennoch die potenziellen Probleme kennen.

P-Phenylendiamin (PPD) und andere kritische Stoffe

P-Phenylendiamin (PPD) gehört zu den am häufigsten diskutierten Substanzen in Haarfärbemitteln. Dieses aromatische Amin steht im Mittelpunkt vieler Bedenken und zählt zu den zehn häufigsten Auslösern von Kontaktallergien. In der EU dürfen Haarfarben höchstens zwei Prozent PPD enthalten, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Besonders wichtig bei PPD-haltigen Produkten ist das Vorhandensein sogenannter Kupplersubstanzen wie Resorcin. Diese verhindern, dass PPD unter oxidativen Bedingungen mit sich selbst reagiert und die stark sensibilisierende Bandrowski-Base bildet, die außerdem erbgutverändernde Eigenschaften aufweisen kann.

Neben PPD enthalten viele Haarfärbemittel weitere potenziell problematische Inhaltsstoffe:

  • Ammoniak: Lässt das Haar aufquellen und kann Atemwege sowie Schleimhäute reizen

  • Wasserstoffperoxid: Wird zum Öffnen der Schuppenschicht benötigt, kann jedoch ebenfalls Reizungen verursachen

  • Konservierungsmittel und Parabene: Können das Immunsystem beeinflussen

Auch Duftstoffe und Silikone in Haarfärbemitteln können zusätzliche Irritationen hervorrufen, besonders in einer sensiblen Phase wie der Stillzeit.

Allergien und Hautreaktionen

Das Allergiepotenzial von Haarfärbemitteln sollte nicht unterschätzt werden. Insbesondere dauerhafte Colorationen können schwere allergische Reaktionen auslösen. Die Symptome treten typischerweise recht schnell nach dem Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff auf und äußern sich durch:

  • Starken Juckreiz und Rötungen der Kopfhaut

  • Hautausschlag im Gesicht und am Haaransatz

  • Kleine Bläschen und Schwellungen

  • In schweren Fällen sogar Anschwellen der Augen und schmerzhafte Entzündungen

Außerdem sind in sehr seltenen, jedoch lebensbedrohlichen Fällen anaphylaktische Schocks nach Verwendung von PPD-haltigen Produkten dokumentiert worden.

Beachtenswert für stillende Mütter: Während der Stillzeit können allergische Reaktionen besonders problematisch sein, da viele gängige Allergiemedikamente möglicherweise nicht infrage kommen oder nur eingeschränkt verwendet werden sollten.

Entgegen der weitverbreiteten Empfehlung vieler Hersteller, vor der Anwendung einen Allergietest an einer kleinen Hautstelle durchzuführen, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) davor, dass solche Selbsttests das Allergierisiko sogar zusätzlich erhöhen können.

Hormonelle Veränderungen in der Stillzeit

Während der Stillzeit durchläuft der weibliche Körper zahlreiche hormonelle Veränderungen, die wiederum Auswirkungen auf die Haare haben können. Viele Frauen bemerken, dass ihr Haar während dieser Zeit kräftiger wird und insgesamt weniger Haarausfall auftritt.

Die Frage, ob chemische Haarfärbemittel diese natürlichen hormonellen Prozesse beeinflussen können, wird in Fachkreisen kontrovers diskutiert. Allerdings fehlen bislang umfassende Studien, die einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Haarfärbemitteln und hormonellen Störungen während der Stillzeit belegen.

Dennoch raten einige Experten zur Vorsicht: Da die Kopfhaut während der Stillzeit aufgrund hormoneller Veränderungen empfindlicher reagieren kann, erhöht sich möglicherweise die Aufnahme der in Haarfarben enthaltenen Chemikalien.

Folglich empfehlen Fachleute für besonders vorsichtige Mütter, während der Stillzeit auf natürliche Alternativen zurückzugreifen oder zumindest Produkte ohne PPD, Ammoniak und andere aggressive Chemikalien zu verwenden.

Abschließend lässt sich festhalten, dass das gesundheitliche Risiko von Haarfärbemitteln aufgrund der Vielzahl von Inhaltsstoffen und möglicher Wechselwirkungen schwer abschließend zu bewerten ist. Daher bleibt ein vorsichtiger Umgang mit diesen Produkten während der Stillzeit ratsam.

Welche Alternativen sind sicherer?

Für stillende Mütter, die ihre Haare verschönern möchten, aber Bedenken wegen chemischer Produkte haben, gibt es glücklicherweise mehrere sichere Alternativen. Diese Optionen minimieren den Kontakt mit potenziell problematischen Substanzen.

Strähnchen statt Komplettfärbung

Strähnchen gelten als besonders schonende Alternative zum kompletten Färben, da die Farbe kaum mit der Kopfhaut in Kontakt kommt. Beim Färben von Strähnchen wird nur das Deckhaar gefärbt und ein kleiner Haaransatz bleibt übrig, wodurch der Hautkontakt vermieden wird. Dadurch können nur sehr geringe Mengen oder gar keine Farbstoffe über die Kopfhaut in den Blutkreislauf und somit in die Muttermilch gelangen.

Besonders empfehlenswert sind dabei:

  • Die Folien- oder Kappenmethode

  • Techniken wie Balayage oder Highlights

  • Ombré-Look, bei dem nur die Längen gefärbt werden

Naturhaarfarben wie Henna

Henna ist der Klassiker unter den Naturhaarfarben und wurde vom Bundesinstitut für Risikobewertung als gesundheitlich unbedenklich eingestuft. Allerdings sollte beachtet werden, dass die Begriffe "Pflanzenhaarfarbe" oder "Naturhaarfarbe" nicht geschützt sind.

Beim Kauf von Naturhaarfarben:

  • Auf zertifizierte Bio-Siegel wie BDIH, NaTrue oder Ecocert achten

  • Produkte ohne PPD (p-Phenylendiamin) wählen

  • Transparente und kurze Zutatenlisten bevorzugen

Hausmittel: Kaffee, Kamille, Rote Beete

Wer gänzlich auf Chemie verzichten möchte, kann mit Lebensmitteln experimentieren. Diese Methoden liefern zwar subtilere Ergebnisse, sind jedoch absolut unbedenklich während der Stillzeit:

  • Für dunkle Töne: Kaffeesatz mit etwas Conditioner vermischen, eine Stunde einwirken lassen und ausspülen für einen braunen Glanz

  • Für blonde Akzente: Kamillenblütentee oder Zitrone mit Honig nutzen

  • Für rötliche Nuancen: Rote-Bete-Saft mit Honig mischen, vier Stunden einwirken lassen

Weitere natürliche Färbemittel sind Walnussblätter für Brauntöne, Zwiebelschalen für goldbraune Reflexe und Salbei zur Kaschierung grauer Haare.

Tönungen und temporäre Colorationen

Tönungen sind deutlich schonender als dauerhafte Colorationen, da sie die Haarstruktur nicht verändern. Die Farbpartikel lagern sich lediglich außen am Haar an und können aufgrund ihrer Größe nicht so schnell über die Haut aufgenommen werden.

Farbshampoos eignen sich hervorragend für eine dezente Tönung. Sie enthalten zusätzlich zu den üblichen Shampoo-Inhaltsstoffen Farbpigmente, die während der Wäsche abgegeben werden und nach einigen Haarwäschen wieder verschwinden.

Für stillende Mütter besonders geeignet sind:

  • Produkte mit natürlichen Farbstoffen aus Kastanie, Kamille oder Walnuss

  • Temporäre Colorationen ohne Ammoniak und PPD

  • Farbverstärkende Pflegespülungen

Wie färbt man sicher während der Stillzeit?

Wenn Sie sich entschieden haben, Ihre Haare während der Stillzeit zu färben, gibt es einige wichtige Sicherheitsmaßnahmen, die Sie beachten sollten. Mit der richtigen Vorgehensweise können Sie das Risiko für sich und Ihr Baby deutlich verringern.

Handschuhe und Belüftung

Beim Haarefärben sollten Sie unbedingt Handschuhe tragen, um direkten Hautkontakt mit den Färbemitteln zu vermeiden. Dies reduziert die Aufnahme von Chemikalien über die Haut erheblich. Darüber hinaus ist eine gute Belüftung des Raumes zwingend notwendig, um die Konzentration der chemischen Dämpfe zu verringern. Öffnen Sie Fenster oder schalten Sie einen Ventilator ein, während Sie die Farbe auftragen und einwirken lassen.

Die Einwirkzeit sollte zudem auf das notwendige Minimum beschränkt werden. Nach dem Färben ist es wichtig, die Haare gründlich auszuspülen, um alle Reste der Färbemittel zu entfernen.

Baby nicht im Raum

Besonders wichtig: Ihr Baby sollte sich während des Färbeprozesses nicht im selben Raum aufhalten. Die chemischen Ausdünstungen können für Säuglinge besonders belastend sein. Idealerweise bitten Sie eine Vertrauensperson, sich in dieser Zeit um Ihr Kind zu kümmern. Falls die Färbung im Badezimmer stattfindet, sollten Sie den Raum anschließend gründlich lüften, bevor Sie Ihr Kind wieder hineinbringen.

Packungsbeilage beachten

Lesen Sie immer sorgfältig die Packungsbeilage des Färbemittels. Die Hersteller geben wichtige Hinweise zur Anwendungsdauer und Verträglichkeit. Achten Sie dabei auf die angegebene Einwirkzeit und überschreiten Sie diese keinesfalls. Das Färbemittel sollte nicht länger als vorgegeben auf Haar und Kopfhaut verbleiben.

Friseur vs. selbst färben

Die Entscheidung zwischen Friseursalon und Heimanwendung ist individuell. Friseure sind Profis und kennen die sichersten Techniken, zudem verwenden sie oft hochwertigere Produkte. Allerdings sind Heimanwendungen kostengünstiger und bieten mehr Flexibilität.

Wenn Sie sich für den Friseur entscheiden, informieren Sie ihn unbedingt darüber, dass Sie stillen. Nehmen Sie Ihr Baby nicht mit zum Termin – ein Friseursalon mit vielen chemischen Dämpfen ist kein geeigneter Ort für Säuglinge.

Allergietest vorab durchführen

Unabhängig davon, ob Sie bereits vor der Schwangerschaft Ihre Haare gefärbt haben, sollten Sie während der Stillzeit immer einen Allergietest durchführen. Hormonschwankungen können die Empfindlichkeit Ihrer Haut verändern. Tragen Sie eine kleine Menge des Färbemittels hinter dem Ohr auf und beobachten Sie diese Stelle 48 Stunden lang. Bei Rötungen, Juckreiz oder anderen Reaktionen sollten Sie auf das Produkt verzichten.

Falls Sie bekannte Allergien haben, überprüfen Sie die Inhaltsstoffe besonders sorgfältig. Insbesondere Frauen mit Neigung zu Allergien sollten vorsichtig sein, da sich diese möglicherweise auf ihr Baby übertragen könnten.

Fazit: Haare färben in der Stillzeit – ja oder nein?

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Färben der Haare während der Stillzeit nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen grundsätzlich unbedenklich ist. Sowohl das Bundesinstitut für Risikobewertung als auch internationale Behörden bestätigen, dass keine Hinweise auf gesundheitliche Risiken vorliegen. Dennoch sollten stillende Mütter einige Vorsichtsmaßnahmen beachten. Besonders empfehlenswert sind Strähnchen statt kompletter Färbungen, da hierbei kaum Kontakt zwischen Färbemittel und Kopfhaut entsteht. Alternativ bieten sich natürliche Haarfarben wie Henna oder temporäre Colorationen an, die deutlich weniger chemische Substanzen enthalten.

Falls Sie sich trotz allem für chemische Haarfarben entscheiden, achten Sie unbedingt auf ausreichende Belüftung, tragen Sie Handschuhe und halten Sie die Einwirkzeit so kurz wie möglich. Wichtig ist außerdem, dass das Baby während des Färbeprozesses nicht im selben Raum sein sollte. Ein vorheriger Allergietest ist ebenfalls ratsam, da die Haut während der Stillzeit anders reagieren kann als gewohnt.

Obwohl geringe Mengen der chemischen Substanzen theoretisch in die Muttermilch übergehen können, zeigt die bisherige Forschung, dass diese Mengen zu minimal sind, um Ihrem Kind zu schaden. Letztendlich bleibt die Entscheidung zum Haarefärben während der Stillzeit eine persönliche Abwägung. Mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen und Alternativen können Sie jedoch Ihre Haare färben, ohne sich unnötige Sorgen machen zu müssen. Die Gesundheit Ihres Kindes steht selbstverständlich an erster Stelle, aber mit dem heutigen Wissensstand spricht nichts gegen eine verantwortungsvolle Haarfärbung während der Stillzeit.