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Postpartale Depression: Was dir keine andere Mutter erzählt hat

Postpartale Depression trifft etwa 10–15% aller Mütter, jedoch spricht kaum jemand offen darüber, wie es wirklich ist, wenn die erwartete Mutterfreude ausbleibt. Während in sozialen Medien glückliche Mütter mit ihren Neugeborenen zu sehen sind, kämpfen viele Frauen tatsächlich mit überwältigenden Gefühlen von Leere, Schuld und Verzweiflung.

Diese emotionale Achterbahnfahrt geht weit über den normalen „Babyblues“ hinaus. Obwohl postpartale Depression häufig vorkommt, bleibt sie oft unerkannt und unbehandelt. In diesem Artikel erfährst du die ungeschminkte Wahrheit über die Zeit nach der Geburt – jene Aspekte, die andere Mütter verschweigen. Du lernst, wie du die Anzeichen erkennst, wann du professionelle Hilfe suchen solltest und wie der Weg zur Besserung aussehen kann.

Was wirklich nach der Geburt passiert

Die Ankunft eines Kindes stellt den Alltag komplett auf den Kopf – allerdings oft ganz anders, als werdende Eltern es sich ausmalen. Das Erleben der Geburt selbst kann bereits den ersten großen Bruch zwischen Erwartung und Wirklichkeit darstellen.

Der Schock nach der Geburt

Eine Geburt ist ein überwältigendes Ereignis, bei dem die Gebärende letztlich nicht vollständig die Kontrolle behalten kann. Dieser Kontrollverlust allein kann für viele Frauen bereits belastend sein. Etwa 20% aller Geburten werden tatsächlich als traumatisch erlebt. Hiervon führt jede zweite in den ersten Wochen nach der Geburt zu einer traumatischen Stressreaktion.

In solchen Situationen schaltet das Gehirn auf ein evolutionär bewährtes Notfallprogramm um. Da während einer traumatischen Situation die üblichen Bewältigungsstrategien nicht mehr ausreichen, werden Schutzmechanismen aktiviert. Viele Frauen beschreiben, wie sie alles nur noch „durch einen Nebel wahrgenommen“ haben oder dass sie ihren Körper scheinbar verlassen haben.

Bei diesen sogenannten dissoziativen Zuständen handelt es sich um gesunde Reaktionen auf eine extreme Belastung – ein Trick der Psyche, um unerträgliche Situationen zu überleben. Dennoch können die Nachwirkungen dieser Erfahrungen noch lange anhalten.

Warum sich viele Mütter nicht sofort freuen

„Und als sie dann in meinem Arm lag, da war alles vergessen“ – dieser oft gehörte Satz entspricht leider nicht immer der Realität. Nach einer traumatischen Geburt ist es vielen Frauen nicht möglich, sich sofort über ihr Kind zu freuen oder die Liebe zu spüren, die sie erwartet hatten.

Beim sogenannten „Todstellreflex“, einer häufigen Reaktion auf Extremstress während der Geburt, werden alle Gefühle reduziert – die unangenehmen genauso wie die schönen. Viele Mütter haben noch Tage und Wochen lang das Gefühl, sich selbst nicht richtig zu spüren und damit auch nicht ihr Kind. Sie beschreiben sich „wie Hüllen, die irgendwie funktionieren, aber nicht wirklich leben“.

Zusätzlich erleben zwischen dem 3. und 5. Tag nach der Geburt viele Frauen ein emotionales Tief – die sogenannten „Baby Blues“ oder „Heultage“. Grund dafür ist der extreme Hormonabfall nach der Geburt. In Verbindung mit Schlafmangel und der neuen Lebensrealität kann Weinen eine völlig normale Reaktion sein, die einen großen Teil aller Frauen betrifft.

Der Unterschied zwischen Realität und Erwartung

Die Geburt wird oft als unvorhersehbares Abenteuer erlebt, das trotz guter Vorbereitung nicht vollständig planbar ist. Unerwartete Komplikationen wie Notkaiserschnitte oder andere medizinische Eingriffe können emotional belastend sein und das Gefühl von Kontrollverlust verstärken.

Viele Mütter berichten von einer völlig anderen Realität als erwartet:

„Ich hätte niemals gedacht, dass es ohne familiäre Unterstützung so schwierig ist. Wie nervenaufreibend es sein kann, mit einem Kind alleine zu Hause zu sein. Dass es am Anfang unmöglich erscheint zu duschen, etwas zu essen oder überhaupt auf die Toilette zu gehen.“

Auch die Erholung des Körpers braucht mehr Zeit, als viele erwarten. Der plötzliche Abfall von Hormonen (Östrogen, Progesteron, Schilddrüsenhormone) nach der Geburt kann zudem zur Entstehung einer Wochenbettdepression beitragen.

Die Diskrepanz zwischen den idealisierten Bildern glücklicher Mütter in sozialen Medien und der Realität von Schlafmangel, Erschöpfung und einem völlig veränderten Alltag kann zusätzlich belasten. Das Bild einer „unentwegt liebe- und aufopferungsvollen Mutter“, das die Schattenseiten der Mutterrolle ausklammert, kann sogar dazu beitragen, dass eine Wochenbettdepression entsteht.

Obwohl diese Erfahrungen herausfordernd sind, berichten viele Mütter auch, dass sie durch das Erleben der Geburt innerlich gewachsen sind und neue Kraft und Selbstvertrauen entwickelt haben.

Postpartale Depression verstehen

Nach der Geburt eines Kindes erleben viele Frauen emotionale Schwankungen, doch nicht alle diese Gefühle sind gleich zu bewerten. Die postpartale Depression stellt eine ernsthafte psychische Erkrankung dar, die weit über normale Anpassungsschwierigkeiten hinausgeht.

Was ist der Unterschied zum Babyblues?

Der sogenannte „Baby-Blues“ tritt in den ersten Tagen nach der Geburt bei sehr vielen Frauen auf. Diese vorübergehende emotionale Phase ist durch plötzliches Weinen, Stimmungsschwankungen und leichte Niedergeschlagenheit gekennzeichnet. Ausgelöst wird der Baby-Blues hauptsächlich durch die hormonelle Umstellung nach der Entbindung und verschwindet innerhalb weniger Tage von selbst wieder.

Eine postpartale Depression hingegen ist deutlich tiefgreifender. Während der Baby-Blues nach maximal zwei Wochen abklingt, halten die Symptome einer Wochenbettdepression deutlich länger an. Zudem sind die Beschwerden bei einer postnatalen Depression wesentlich intensiver und beeinträchtigen das tägliche Leben erheblich. Betroffene fühlen sich nicht nur traurig, sondern erleben eine tiefe emotionale Leere, Antriebslosigkeit und ausgeprägte Niedergeschlagenheit.

Für die Diagnose einer Wochenbettdepression müssen in der Regel mehrere depressive Symptome über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen vorliegen – etwa gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Schlafstörungen, Gefühle der Wertlosigkeit, starke Schuldgefühle sowie Konzentrationsschwierigkeiten.

Wie lange kann eine postpartale Depression dauern?

Eine postpartale Depression entwickelt sich typischerweise innerhalb der ersten zwölf Monate nach der Geburt, wobei die meisten Fälle in den ersten Wochen nach der Entbindung auftreten. Der Beginn kann plötzlich oder schleichend sein.

Ohne Behandlung bildet sich die Erkrankung bei manchen Frauen nach einigen Monaten zurück, sie kann aber auch länger anhalten oder chronisch werden. Eine durchschnittliche Episode dauert mehrere Monate, wobei der Verlauf individuell stark variieren kann. Bei manchen Frauen bleiben die Symptome über ein Jahr bestehen.

Bedeutsam ist außerdem das Risiko eines Wiederauftretens bei künftigen Schwangerschaften. Frauen, die bereits früher an Depressionen – insbesondere an einer Wochenbettdepression – gelitten haben, tragen ein erhöhtes Risiko, erneut zu erkranken.

Warum sie oft nicht erkannt wird

Obwohl die postpartale Depression mit einer Häufigkeit von etwa 10–15% aller Mütter zu den häufigsten Komplikationen nach der Geburt zählt, bleibt sie in vielen Fällen unentdeckt und unbehandelt. Dafür gibt es mehrere Gründe:

Viele betroffene Frauen verschweigen ihre Symptome aus Scham, Schuldgefühlen oder Angst. Sie befürchten, als „schlechte Mutter“ angesehen zu werden, wenn sie nicht dem gesellschaftlichen Bild der stets glücklichen Mutter entsprechen. Das verklärte Mutter-Image und die Ausklammerung der Schattenseiten der Mutterrolle verstärken diese Belastung.

Hinzu kommt, dass die Symptome häufig erst nach der Entlassung aus der Geburtsklinik auftreten. Ohne gezielte Nachsorge oder ein strukturiertes Screening werden die Anzeichen leicht übersehen.

Außerdem werden körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Appetitlosigkeit oder Schlafstörungen häufig als normale Erschöpfungsreaktion nach der Geburt fehlinterpretiert – sowohl von den Müttern selbst als auch von ihrem Umfeld.

Wenig bekannt ist zudem, dass auch Väter betroffen sein können. Schätzungen zufolge erkrankt ein relevanter Anteil der Väter im ersten Jahr nach der Entbindung an einer postpartalen Depression – meist etwas später als die Mütter.

Typische Symptome, die kaum jemand anspricht

Hinter der Fassade des Mutterseins verbergen sich bei einer postpartalen Depression Symptome, über die selten offen gesprochen wird. Diese Anzeichen sind jedoch entscheidend, um die Erkrankung rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Emotionale Leere und Antriebslosigkeit

Viele betroffene Frauen beschreiben eine merkwürdige emotionale Taubheit – ein Gefühl, als wäre man innerlich leer. Diese emotionale Leere geht weit über normale Erschöpfung hinaus. Betroffene empfinden ihrem Kind gegenüber oft wenig oder gar keine Gefühle, was zu enormer Scham führt, da dies nicht dem erwarteten Mutterbild entspricht.

Zusätzlich leiden viele unter tiefgreifender Antriebslosigkeit. Alltägliche Aufgaben wie Aufstehen, Körperpflege oder Essenszubereitung werden zu unüberwindbaren Hürden. Diese Erschöpfung ist hartnäckig und lässt sich selbst durch ausreichend Schlaf nicht beheben. Manche Frauen beschreiben sich „wie Hüllen, die irgendwie funktionieren, aber nicht wirklich leben“.

Schuldgefühle und Selbstzweifel

Besonders belastend sind die quälenden Schuldgefühle. Viele Mütter glauben, sie seien „schlechte Mütter“, weil sie nicht die erwarteten Muttergefühle empfinden. Diese Schuld verstärkt sich durch das gesellschaftliche Bild der „perfekten Mutter“, die immer liebevoll und selbstlos sein soll.

Dazu kommen häufig massive Selbstzweifel: „Ich schaffe das nicht“, „Alle anderen können das besser“, „Mein Kind hat etwas Besseres verdient als mich“. Objektiv betrachtet leisten die meisten betroffenen Frauen enorm viel – subjektiv fühlen sie sich jedoch, als würden sie in allen Bereichen versagen.

Zwangsgedanken und Ängste

Ein besonders verschwiegenes Symptom sind aufdrängende, belastende Gedanken in Bezug auf das Baby. Manche Frauen haben wiederkehrende Bilder im Kopf, in denen dem Kind etwas Schlimmes passiert – oder sie selbst ihm etwas antun könnten. Solche Zwangsgedanken machen große Angst, gerade weil sie so gar nicht zu den eigenen Werten passen.

Wichtig: Diese Gedanken bedeuten nicht, dass du deinem Kind tatsächlich schaden willst. Im Gegenteil – sie treten häufig bei Frauen auf, die ein sehr hohes Verantwortungsgefühl haben und besonders besorgt um ihr Kind sind. Trotzdem sind diese Gedanken extrem belastend und sollten unbedingt ernst genommen und angesprochen werden.

Körperliche Beschwerden ohne klare Ursache

Die postpartale Depression zeigt sich auch durch körperliche Symptome, die oft nicht sofort mit der Psyche in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Zittern, Herzklopfen, innere Unruhe,
  • Schwindel, Kopfschmerzen,
  • Magen-Darm-Beschwerden,
  • Muskelverspannungen, Rückenschmerzen,
  • Appetitlosigkeit oder übermäßiger Appetit.

Diese Beschwerden können im Vordergrund stehen und lassen sich nicht immer klar von den körperlichen Folgen von Geburt, Stillen, Schlafmangel und der neuen Belastung durch das Kind abgrenzen. Gerade deshalb werden sie häufig als „normal“ abgetan – und die eigentliche Ursache, die Depression, bleibt im Hintergrund.

Auch sozialer Rückzug ist ein Warnsignal: Wenn du merkst, dass du kaum noch Kontakt zu Freunden und Familie möchtest oder dich immer weiter zurückziehst, kann das ein wichtiges Anzeichen sein.

Was wirklich hilft – jenseits von Ratschlägen

Bei einer postpartalen Depression ist professionelle Unterstützung entscheidend. Unbehandelt kann sie lange anhalten und sich verschlimmern. Auch für das Kind können eine anhaltend depressive Stimmung der Mutter und fehlende Unterstützung Folgen haben, zum Beispiel in der Bindungsentwicklung.

Wann und wie man Hilfe suchen sollte

Spätestens wenn du über einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen merkst, dass du deutlich niedergeschlagen, antriebslos, häufig verzweifelt oder sehr ängstlich bist – und das über den üblichen Babyblues hinaus –, ist es wichtig, Hilfe zu suchen.

Erste Ansprechpartner können sein:

  • deine Hebamme,
  • deine Frauenärztin/dein Frauenarzt,
  • deine Hausärztin/dein Hausarzt,
  • oder psychotherapeutische Praxen.

Wenn du dir unsicher bist, kannst du auch zunächst mit einer vertrauten Person sprechen und dir Unterstützung bei der Suche nach Hilfe holen. Wichtig ist: Du musst diesen Weg nicht alleine gehen.

Wenn du merkst, dass du Gedanken hast, dir selbst oder deinem Kind etwas anzutun, ist das ein akuter Warnhinweis. In so einer Situation solltest du umgehend Hilfe holen – zum Beispiel über den ärztlichen Notdienst, eine Notaufnahme oder regionale Krisendienste.

Therapieformen: Was passt zu wem?

Psychotherapie ist eine der wichtigsten Säulen in der Behandlung einer postpartalen Depression. Besonders bewährt haben sich:

  • Kognitive Verhaltenstherapie: hilft, belastende Gedankenmuster zu erkennen und Schritt für Schritt zu verändern.
  • Interpersonelle Therapie: setzt an Beziehungen, Rollenveränderungen und aktuellen Lebensbelastungen an.
  • Mutter-Kind-Therapieangebote: stärken neben der mütterlichen Stabilität auch die Bindung zwischen dir und deinem Baby.

Bei leichten bis mittleren Verläufen kann eine gute Psychotherapie oft ausreichen. Ergänzend können Bewegung, Entspannung, Austausch mit anderen Betroffenen (z. B. in Selbsthilfegruppen) und Entlastung im Alltag (Haushalt, Kinderbetreuung) viel bewirken.

Wie Medikamente unterstützen können

Bei stärker ausgeprägten Depressionen können Antidepressiva sinnvoll sein. Moderne Medikamente werden so ausgewählt, dass sie möglichst gut verträglich sind – auch in der Stillzeit. Ob und welches Medikament für dich in Frage kommt, entscheidet eine Fachärztin/ein Facharzt zusammen mit dir, unter Abwägung von Nutzen und Risiken.

Wichtig ist: Eine medikamentöse Behandlung schließt Stillen nicht automatisch aus. Es gibt Präparate, die sich mit dem Stillen vereinbaren lassen. Das muss jedoch immer individuell ärztlich geprüft werden.

Was Partner und Familie tun können

Für dein Wohlbefinden ist die Unterstützung deines Umfelds enorm wichtig. Partner, Familie und Freundeskreis können konkret helfen, indem sie:

  • dir aktiv Hilfe im Alltag anbieten (Haushalt, Einkaufen, Kochen, Geschwisterkinder),
  • auf ausreichend Schlaf- und Erholungsphasen für dich achten,
  • dir zuhören, ohne zu bewerten („Reiß dich zusammen“ hilft nie),
  • dich ermutigen, professionelle Hilfe anzunehmen,
  • und auch eigene Grenzen wahrnehmen und sich bei Bedarf selbst Unterstützung holen.

Wichtig ist, dass dein Umfeld versteht: Eine Depression ist eine Erkrankung, kein Zeichen von Schwäche oder Lieblosigkeit. Du bist nicht „faul“ oder „undankbar“, sondern brauchst medizinische und zwischenmenschliche Hilfe.

Der Weg zurück zu sich selbst

Der Heilungsprozess nach einer postpartalen Depression ist individuell und verläuft selten geradlinig. Es gibt bessere und schlechtere Tage. Entscheidend ist, dass du erkennst: Jeder kleine Schritt zählt.

Wie lange dauert die Heilung?

Die Dauer der Genesung ist von Frau zu Frau verschieden. Unter guter Behandlung erleben viele Mütter innerhalb weniger Monate eine deutliche Besserung. Manchmal bleiben einzelne Symptome noch eine Weile im Hintergrund spürbar, werden aber mit der Zeit schwächer.

Hilfreich ist, den Blick nicht nur auf „Symptomfreiheit“ zu richten, sondern auch auf Fortschritte im Alltag: Du kannst wieder lachen, etwas genießen, dein Kind mehr spüren, wieder Hoffnung fassen. All das sind Zeichen, dass du auf einem guten Weg bist.

Was sich im Leben dauerhaft verändert

Eine postpartale Depression ist eine tiefe Erschütterung – und doch berichten viele Frauen, dass sie aus dieser Krise mit einem neuen Verständnis für sich selbst hervorgehen. Sie kennen ihre Grenzen besser, nehmen Warnsignale früher wahr und erlauben sich eher, um Hilfe zu bitten.

Auch das Bild von „guter Mutterschaft“ verändert sich oft: weg von Perfektion, hin zu mehr Echtheit. Viele Betroffene entdecken, dass sie ihrem Kind gerade dadurch viel mitgeben, dass sie offen mit eigenen Schwächen umgehen und zeigen, wie wichtig Selbstfürsorge ist.

Warum man nicht mehr dieselbe ist – und das okay ist

Nach einer postpartalen Depression kehrst du meist nicht exakt zu deinem „alten Ich“ zurück – und das muss auch nicht das Ziel sein. Du hast eine Ausnahmesituation überstanden, bist an ihr gewachsen und hast neue Seiten an dir kennengelernt.

Wenn es dir gelingt, dich selbst mit Mitgefühl zu betrachten, statt dich für das Erlebte zu verurteilen, kann aus der schweren Zeit langfristig auch Stärke entstehen. Verletzlichkeit und Stärke schließen sich nicht aus – sie gehören oft zusammen.

Fazit

Die Realität des Mutterseins entspricht nicht immer den idealisierten Bildern, die unsere Gesellschaft vermittelt. Postpartale Depression betrifft viele Frauen und stellt eine ernstzunehmende Erkrankung dar, die weit über den normalen Babyblues hinausgeht. Trotzdem schweigen viele Betroffene aus Scham und Angst vor Verurteilung.

Tatsächlich gehört die Wochenbettdepression zu den häufigsten Komplikationen nach der Geburt. Emotionale Leere, quälende Schuldgefühle und belastende Zwangsgedanken können das Leben einer frischgebackenen Mutter erheblich beeinträchtigen. Diese Symptome verschwinden selten einfach von selbst und erfordern professionelle Behandlung.

Das Wichtigste bleibt: Mit der richtigen Unterstützung ist eine deutliche Besserung und oft eine vollständige Genesung möglich. Psychotherapie, gegebenenfalls Medikamente und eine liebevolle, entlastende Umgebung bilden die Grundlage dafür.

Besonders bedeutsam ist die Erkenntnis, dass eine postpartale Depression kein persönliches Versagen darstellt, sondern eine behandelbare Erkrankung. Du bist keine schlechte Mutter, weil du betroffen bist. Diese Einsicht ist oft der erste Schritt auf dem Weg zur Heilung.

Wenn offen über postpartale Depression gesprochen wird, verliert sie Stück für Stück ihren Schrecken. Je mehr Mütter, Väter und Fachpersonen ehrlich darüber reden, desto eher bekommen Betroffene frühzeitig die Hilfe, die sie verdienen. Denn jede Mutter hat ein Recht auf Unterstützung und Verständnis – unabhängig davon, wie ihre persönliche Reise ins Muttersein verläuft.

Häufige Fragen zur postpartalen Depression

Wo hört der Babyblues auf und wann beginnt eine Wochenbettdepression?

Der Babyblues beginnt meist wenige Tage nach der Geburt und klingt innerhalb von etwa ein bis zwei Wochen von selbst ab. Du bist vielleicht nah am Wasser gebaut, schnell überfordert, aber zwischendurch auch froh und kannst dich erholen. Eine Wochenbettdepression liegt eher vor, wenn du über mehr als zwei Wochen fast durchgehend sehr niedergeschlagen bist, kaum Freude empfindest, dich leer fühlst und der Alltag kaum noch zu bewältigen ist. Spätestens dann solltest du professionelle Hilfe suchen.

Muss ich Angst haben, dass mir mein Baby weggenommen wird, wenn ich mir Hilfe hole?

Diese Angst ist verbreitet, aber in der Regel unbegründet. Das Ziel von Ärztinnen, Ärzten und Therapeutinnen ist es, dich zu stärken – nicht, dir dein Kind zu entziehen. Nur in ganz extremen Ausnahmefällen, in denen ein akutes Risiko für das Kind besteht und keine andere Lösung gefunden wird, kommen Schutzmaßnahmen in Betracht. In den allermeisten Fällen führt Offenheit zu mehr Unterstützung für dich und dein Baby, nicht zu weniger.

Darf ich mit einer postpartalen Depression stillen?

Grundsätzlich ja – auch wenn du Antidepressiva einnimmst, gibt es Präparate, die mit dem Stillen vereinbar sind. Das muss aber immer individuell mit deiner Ärztin/deinem Arzt und idealerweise mit einer Stillberaterin besprochen werden. Wenn du nicht stillen kannst oder möchtest, macht dich das nicht zu einer schlechteren Mutter. Wichtig ist dein Gesamtbefinden und dass dein Baby liebevoll versorgt wird.

Kann auch mein Partner/meine Partnerin eine postpartale Depression bekommen?

Ja. Auch andere Elternteile können nach der Geburt in eine Depression rutschen – oft ausgelöst durch Schlafmangel, Überforderung, finanzielle Sorgen oder eigene unverarbeitete Themen. Die Symptome ähneln denen anderer Depressionen: anhaltende Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit, Rückzug, Erschöpfung. Wenn dein Partner/deine Partnerin betroffen ist, gelten die gleichen Empfehlungen: offen ansprechen, entlasten und fachliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Was kann ich selbst tun, wenn ich erste Anzeichen bemerke?

Selbsthilfe ersetzt keine Behandlung, kann sie aber gut ergänzen. Hilfreich sind zum Beispiel:

  • jemandem ehrlich sagen, wie es dir geht,
  • kleine Inseln im Alltag schaffen (kurze Spaziergänge, Duschen in Ruhe, fünf Minuten bewusst atmen),
  • Unterstützung im Haushalt und bei der Kinderbetreuung annehmen,
  • auf regelmäßiges Essen und etwas Bewegung achten, so gut es geht.

Wenn du das Gefühl hast, dass du allein nicht weiterkommst, ist das kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Signal, dir zusätzliche Hilfe zu holen.

Wie spreche ich mit meiner Ärztin/meinem Arzt oder meiner Hebamme darüber?

Du kannst das Gespräch zum Beispiel so beginnen: „Ich merke, dass es mir seit einigen Wochen psychisch nicht gut geht. Ich bin viel trauriger und erschöpfter, als ich dachte, und habe Angst, dass es mehr ist als nur Babyblues.“ Du musst nicht alles perfekt sortiert erzählen – wichtig ist, dass du überhaupt beginnst. Fachleute sind daran gewöhnt, über solche Themen zu sprechen, und können dich weiterleiten oder direkt unterstützen.

Was mache ich, wenn ich sehr dunkle Gedanken habe?

Wenn du Gedanken hast, dir selbst oder deinem Baby etwas anzutun, ist das ein Notfall. Sprich unmittelbar mit einer vertrauten Person und suche umgehend professionelle Hilfe – über den ärztlichen Notdienst, eine Notaufnahme oder regionale Krisendienste. Du musst in dieser Situation nicht alleine bleiben. Es gibt Hilfe, und du hast ein Recht darauf, sie in Anspruch zu nehmen.

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Hinweis / Disclaimer:

Die Inhalte dieses Blogs dienen ausschließlich der allgemeinen Information zu Themen wie Gesundheit, Ernährung, Schwangerschaft und ähnlichem. Sie ersetzen keine professionelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch Ärztinnen und Ärzte oder andere qualifizierte Fachpersonen. Wir übernehmen keine Haftung für Schäden oder Nachteile, die durch die Nutzung der hier bereitgestellten Informationen entstehen. Bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden wenden Sie sich bitte stets an eine medizinische Fachkraft.

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