Wie fühlen sich Wehen an?

Wehen sind eine individuelle Erfahrung, die jede Gebärende anders erlebt – doch wie fühlen sich Wehen an? Diese Frage beschäftigt viele werdende Mütter. Tatsächlich hängt das Empfinden der Wehen und der damit verbundenen Schmerzen zum großen Teil von der persönlichen Situation ab.
Wenn wir verstehen möchten, wie sich eine Wehe anfühlt, müssen wir zunächst ihren Verlauf betrachten. Typischerweise beginnt eine Geburtswehe am höchsten Punkt der Gebärmutter, unterhalb der Rippen, und rollt dann langsam heran. Während Eröffnungswehen oben unter der Brust beginnen und langsam nach unten in den Schoß wandern, sind Nachwehen weniger intensiv und eher mit Menstruationsschmerzen vergleichbar.
In diesem Artikel erklären wir die verschiedenen Wehenarten, was im Körper dabei passiert und wann der richtige Zeitpunkt ist, ins Krankenhaus zu fahren. Vor allem möchten wir betonen: Was manche Frauen noch gut bewältigen können, empfinden andere als grenzwertige Belastung. Daher ist es für uns wichtig zu vermitteln, dass jede Gebärende auf ihren Körper hören und selbst entscheiden sollte, welche Schmerzen für sie auszuhalten sind und wann schmerzlindernde Maßnahmen nötig werden.
Wehen sind nicht bei jeder Frau gleich
Jede werdende Mutter macht ihre eigene, unverwechselbare Erfahrung mit Wehen. Was für die eine noch gut auszuhalten ist, kann für eine andere bereits unerträglich sein. Diese Unterschiede sind keineswegs eingebildet, sondern basieren auf verschiedenen physischen und psychischen Faktoren.
Individuelles Schmerzempfinden
Das Empfinden von Wehen und den damit verbundenen Schmerzen variiert erheblich von Frau zu Frau. Während manche Gebärende die Wehen nur als leichten Druck wahrnehmen, erleben andere sie als intensivsten Schmerz. Der Geburtsschmerz gehört zu den intensivsten Schmerzformen überhaupt und verläuft in rhythmischer Art.
Diese Unterschiede sind nicht nur auf körperliche Faktoren zurückzuführen. Vielmehr spielen emotionale, kulturelle, soziale und motivationale Aspekte eine entscheidende Rolle bei der Interpretation des Schmerzreizes im Gehirn. Darüber hinaus kreisen während der Entbindung körpereigene, hochwirksame Schmerzmittel im Blut, die den Schmerz natürlich lindern können. Diese Endorphine werden jedoch bei manchen Frauen stärker ausgeschüttet als bei anderen.
Schwangere, die sich auf die Geburt einlassen können und sie nehmen, wie sie kommt, können oftmals besser mit Wehen- und Geburtsschmerzen umgehen. Dennoch ist es wichtig zu verstehen, dass keine Schwangere vorhersehen kann, wie die Geburt verläuft und wie sie darauf reagieren wird.
Einfluss von Stress und Umgebung
Stress spielt eine bedeutende Rolle beim Empfinden von Wehenschmerzen. Bei übermäßigem Stress steigt nachweislich das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen wie Schwangerschaftsdiabetes, Frühgeburten oder vorzeitige Wehen. Eine Studie zeigt sogar, dass Frauen mit steigenden Depressivitätswerten eher zu einer Frühgeburt neigen.
Besonders unangenehm werden Schmerzen dann erlebt, wenn sich die Gebärende gestresst und hilflos fühlt, die Kontrolle verliert oder schlimme Befürchtungen hat. Angst als emotionaler Faktor beeinflusst direkt die Intensität des Geburtsschmerzes. Diese Ängste führen zu Verspannungen, welche wiederum die Schmerzen verstärken, da sie die Produktion körpereigener Schmerzmittel herabsetzen – ein echter Teufelskreis entsteht.
Im Gegensatz dazu können positive emotionale Empfindungen den Schmerz lindern, Ängste auflösen und zur Entspannung beitragen. Eine geburtserfahrene Hebamme hat mir einmal erklärt: Die Atmosphäre im Gebärsaal ist entscheidend. Frauen, die sich in einer angenehmen, ruhigen Umgebung befinden, können sich besser entspannen und den natürlichen Geburtsprozess unterstützen.
Rolle der Geburtsbegleitung
Ein verlässlicher Beistand während der Geburt kann fast so wirksam sein wie ein Schmerzmittel. Die Unterstützung durch eine vertraute Person – sei es der Partner, die eigene Mutter oder eine gute Freundin – hilft der Gebärenden, sich zu entspannen und besser mit den Wehen umzugehen.
Eine Geburtsbegleiterin oder ein Geburtsbegleiter kümmert sich um die Wünsche der Gebärenden bezüglich Wehen und Geburt. Sie kennen sich mit den physischen und emotionalen Aspekten der Wehen aus und können die verschiedenen Stadien erklären. Außerdem können sie durch Positionsänderungen, Massagen oder spezielle Entspannungsmethoden wie rhythmisches Atmen zur Schmerzlinderung beitragen.
Fühlt sich eine Frau während der Geburt alleingelassen, entstehen schnell Gefühle wie Panik, Verzweiflung und Angst. Hingegen kann eine gute Atmosphäre im Gebärsaal, bei der die Frau und ihre Begleitperson in alle Entscheidungen einbezogen werden, das Gefühl der Ohnmacht verhindern. Der Geburtspartner sollte daher nicht nur körperlich, sondern auch geistig anwesend sein und intuitiv entscheiden können, welche Art der Unterstützung die Gebärende gerade benötigt.
Letztendlich entscheidet jede Frau für sich selbst, wie sie mit dem Wehenschmerz umgehen möchte – ob mit natürlichen Methoden oder mit medikamentöser Unterstützung wie einer Periduralanästhesie (PDA). Das Wichtigste ist, dass jede Gebärende auf ihren Körper hört und dabei respektvoll unterstützt wird.
Was im Körper bei einer Wehe passiert
Die biologischen Vorgänge bei Wehen sind faszinierend komplex. Während der Geburt arbeitet der weibliche Körper mit präziser Orchestrierung verschiedener Hormone und Muskelbewegungen, um das Kind sicher auf die Welt zu bringen. Doch was genau passiert im Körper, wenn eine Wehe einsetzt?
Zusammenziehen der Gebärmutter
Eine Wehe ist im Wesentlichen eine Kontraktion der Gebärmuttermuskulatur (Myometrium). Diese Muskelkontraktionen werden durch ein Zusammenspiel mehrerer hormoneller Faktoren ausgelöst. Gegen Ende der Schwangerschaft produziert der Körper vermehrt Östrogene, die entscheidend für den Geburtsprozess sind. Diese Hormone fördern die Bildung sogenannter "Gap Junctions" - kleine Brücken zwischen einzelnen Muskelzellen, über die Erregungen weitergeleitet werden können.
Darüber hinaus sorgt Östrogen für die Vermehrung von Muskelzellen in der Gebärmutter, was die Kontraktionskraft erheblich steigert. Gleichzeitig nimmt die Anzahl der Oxytocin-Rezeptoren an der Gebärmutter zu, wodurch diese empfindlicher auf das Wehenhormon reagiert. Das Membranpotential der einzelnen Muskelzellen sinkt, was eine schnellere Erregungsweiterleitung ermöglicht.
Durch das Wachstum des Kindes wird die Gebärmuttermuskulatur gedehnt, was zur Depolarisation des Myometriums und letztendlich zur Kontraktion führt. Diese Kontraktion drückt den vorangehenden Teil des Babys gegen den Muttermund. Die dadurch aktivierten Dehnungsrezeptoren senden Signale an den Hypothalamus im Gehirn, der wiederum die Ausschüttung von Oxytocin aus der Hypophyse stimuliert.
Rhythmus von Anspannung und Entspannung
Wehen geben während der Geburt einen natürlichen Rhythmus vor - Phasen der Anspannung wechseln sich mit Phasen der Entspannung ab. Diese rhythmischen Kontraktionen sind essentiell für den Geburtsfortschritt. Während sich die Gebärmutter zusammenzieht, öffnet sich der Muttermund allmählich und das Kind wird langsam durch den Geburtskanal geschoben.
Die Muskelzellen, die am schnellsten erregt werden, übernehmen dabei die Rolle des Schrittmachers. Von diesem Schrittmacher-Zentrum aus breitet sich die Erregung mit einer Geschwindigkeit von etwa 2 cm pro Sekunde in Richtung Muttermund aus. Je näher der Geburtstermin rückt, desto größere Bereiche der Gebärmutter werden von diesen Kontraktionen erfasst - der Körper bereitet sich auf die bevorstehende Geburt vor.
Interessanterweise wird vermutet, dass der Impuls zur Geburt vom Kind selbst ausgehen könnte. Der kindliche Körper beginnt mit der Mobilisierung durch Freisetzung von Adrenalin-Hormonen, die über die Nabelschnur eine entsprechende Hormonproduktion bei der Mutter anregen können.
Ausschüttung von Endorphinen und Oxytozin
Bei Wehenbeginn schüttet der Körper einen komplexen Cocktail aus Hormonen aus, darunter Oxytocin, Prostaglandine, Adrenalin und Endorphine. Jedes dieser Hormone erfüllt spezifische Funktionen im Geburtsprozess:
Oxytocin ist das wichtigste Wehenhormon und für die Entstehung, Häufigkeit und Dauer der Wehen verantwortlich. Es rhythmisiert die Wehentätigkeit, reduziert Stress und fördert später auch den Milchfluss und die Bindungsfähigkeit zwischen Mutter und Kind. Die Konzentration von Oxytocin steigt während der Geburt stetig an, was die Wehentätigkeit zunehmend verstärkt.
Prostaglandine machen den Muttermund weich und unterstützen dessen Öffnung, während Adrenalin und Noradrenalin als Stresshormone den Körper in Alarmbereitschaft versetzen. Diese Hormone werden als natürliche Reaktion auf den Wehenschmerz ausgeschüttet und wirken gleichzeitig als "Krafthormone" der Geburt, indem sie einen plötzlichen Energieschub verursachen.
Besonders wichtig für das Schmerzempfinden sind die Endorphine - körpereigene Opiate, die immer dann ausgeschüttet werden, wenn der Körper rhythmisch arbeitet. Sie kompensieren den Wehenschmerz und können sogar einen Trancezustand bewirken. Zusammen mit Oxytocin sorgen sie für ein Gefühl von Wohlbefinden, hemmen Schmerzen und können regelrechte Glücksgefühle hervorrufen.
Jede Wehe dehnt zudem den Muttermund, was zur weiteren Ausschüttung von Oxytocin führt - eine positive Rückkopplung, die den Prozess aus Erregungsbildung, -leitung und Wehe erneut in Gang setzt. Wenn all diese Stoffe im richtigen Gleichgewicht sind, steht einem regelgerechten Geburtsverlauf physiologisch nichts im Wege.
Die verschiedenen Wehenarten im Überblick
Während der Schwangerschaft und Geburt erlebt eine Frau verschiedene Arten von Wehen, die jeweils eine spezifische Funktion erfüllen. Von den ersten leichten Kontraktionen bis zu den kraftvollen Presswehen – jede Phase bereitet den Körper schrittweise auf die Entbindung vor.
Vorwehen: Vorbereitung des Körpers
Bereits ab der 20. Schwangerschaftswoche können die ersten Vorwehen (auch Übungswehen oder Braxton-Hicks-Kontraktionen genannt) auftreten. Diese unregelmäßigen Kontraktionen bereiten die Gebärmutter auf die nahende Geburt vor. Typischerweise spürt die Schwangere ein Hartwerden des Bauches, das meist schmerzlos ist oder nur leicht unangenehm. Ab der 36. Woche treten zunehmend Senkwehen auf, die das Baby tiefer ins Becken rutschen lassen. Viele Frauen beschreiben diese als ziehende Schmerzen im Unterleib oder Rücken, ähnlich wie Menstruationsschmerzen.
Eröffnungswehen: Beginn der Geburt
Mit dem Einsetzen regelmäßiger Eröffnungswehen beginnt die eigentliche Geburt. Diese Wehen bewirken, dass sich der Muttermund allmählich öffnet. Anfangs kommen sie etwa alle 20 Minuten und dauern nur wenige Sekunden, werden dann aber zunehmend häufiger (etwa alle fünf Minuten) und intensiver mit einer Dauer von bis zu 60 Sekunden. Bei Erstgebärenden dauert diese Phase zwischen 8 und 14 Stunden, bei weiteren Geburten verkürzt sie sich meist auf 6 bis 8 Stunden. Die Schmerzen beginnen oft im unteren Rücken und strahlen später in den Unterbauch und die Oberschenkel aus.
Austreibungswehen: Das Baby rückt vor
Sobald der Muttermund vollständig (etwa 10 cm) geöffnet ist, beginnt die Austreibungsphase mit den Austreibungswehen. Hierbei wird vermehrt das Hormon Oxytocin ausgeschüttet, was zu stärkeren und häufigeren Kontraktionen führt – etwa alle vier Minuten. Diese Phase kann bei Erstgebärenden bis zu zwei Stunden dauern, bei weiteren Geburten bis zu einer Stunde. Viele Frauen beschreiben dieses Übergangsstadium als den anstrengendsten Teil der Geburt.
Presswehen: Aktives Mitpressen
Die letzten Wehen werden als Presswehen bezeichnet und treten ein, wenn der Kopf des Babys auf den Enddarm und Beckenboden drückt. Dies löst einen kaum kontrollierbaren Drang zum Pressen aus – ähnlich wie ein Nies- oder Brechreiz. Die Presswehen kommen etwa alle zwei bis drei Minuten und sind besonders intensiv. Im Vergleich zum Geburtsbeginn steigt der Druck im Uterus dabei um etwa das Vierfache an. Diese Phase dauert bei Erstgebärenden etwa 30 bis 40 Minuten, bei weiteren Geburten verkürzt sie sich auf 20 bis 30 Minuten.
Nachwehen: Rückbildung der Gebärmutter
Nach der Geburt des Kindes sorgen zunächst die Nachgeburtswehen dafür, dass sich die Plazenta von der Gebärmutterwand löst. Anschließend helfen die Nachwehen, die Gebärmutter wieder auf ihre ursprüngliche Größe zurückzubilden und Blutungen zu minimieren. Diese Kontraktionen werden von den meisten Frauen als deutlich weniger schmerzhaft empfunden als die Geburtswehen und ähneln häufig starken Menstruationsschmerzen. Beim Stillen werden sie durch die Ausschüttung von Oxytocin verstärkt. Interessanterweise berichten Mehrgebärende oft über stärkere Nachwehen, da die Gebärmutter mehr Kraft aufwenden muss, um sich wieder zusammenzuziehen.
Wie fühlt sich eine Wehe an?
Die Frage nach dem tatsächlichen Gefühl einer Wehe beschäftigt fast jede werdende Mutter. Dieses Empfinden ist allerdings höchst individuell und kann selbst zwischen verschiedenen Geburten derselben Frau variieren.
Vergleich mit Menstruationsschmerzen
Viele Frauen beschreiben Vorwehen und frühe Geburtswehen als eine Art verstärkte Menstruationsbeschwerden. Tatsächlich gibt es physiologische Ähnlichkeiten, da beide durch Kontraktionen der Gebärmutter entstehen. Während Menstruationsschmerzen jedoch durch das Abstoßen der Gebärmutterschleimhaut verursacht werden, dienen Geburtswehen dem Zweck, das Baby durch den Geburtskanal zu schieben. Der Hauptunterschied liegt in der Intensität und Dauer – Geburtswehen sind deutlich stärker und folgen einem rhythmischen Muster.
Ziehen im Rücken, Unterbauch oder Oberschenkeln
Die Schmerzlokalisation variiert von Frau zu Frau erheblich. Zu Beginn spüren viele Gebärende die Schmerzen vor allem im Bereich des Steißbeins und im unteren Rücken. Mit fortschreitender Geburt strahlt der Schmerz häufig in den Unterbauch und bis in die Oberschenkel aus. Einige Frauen beschreiben ein starkes Ziehen im gesamten Unterleib, besonders in der Scheidenregion. Charakteristisch ist dabei die Wanderung der Schmerzlokalisation von thorakal in der Frühphase nach sakral in der Spätphase.
Wellenförmiger Verlauf der Schmerzen
Eine Geburtswehe entwickelt eine eigene Dynamik und folgt einem wellenförmigen Verlauf. Sie kündigt sich zunächst langsam an, steigert sich allmählich zu einem Höhepunkt und flaut danach wieder ab. Diese Schmerzmuster erzeugen eine Spannung im Bauch, die bis zu einem gewissen Punkt immer intensiver wird und dann langsam wieder nachlässt. Danach tritt eine Ruhephase ein, die im Geburtsverlauf stetig kürzer wird.
Unterschiede zwischen Erst- und Mehrgebärenden
Bei Erstgebärenden verlaufen Wehen typischerweise anders als bei Frauen, die bereits ein Kind geboren haben. Interessanterweise nehmen viele Frauen, die ihr erstes Kind erwarten, Vor- oder Senkwehen kaum bis gar nicht wahr. Bei Mehrgebärenden hingegen muss die Gebärmutter stärker "üben", sodass Schwangerschaftswehen deutlicher spürbar werden. Auch bei Nachwehen gibt es Unterschiede: Hat eine Frau bereits ein Kind geboren, nimmt sie möglicherweise nur ein leichtes Ziehen oder leichte menstruationsähnliche Unterbauchschmerzen wahr. Bei nachfolgenden Geburten hat sich die Gebärmutter weiter gedehnt und muss sich nun mehr zurückbilden, wodurch die Nachwehen deutlich schmerzhafter sein können.
Wann ins Krankenhaus oder Geburtshaus?
Die Entscheidung, wann der richtige Zeitpunkt für den Weg ins Krankenhaus oder Geburtshaus gekommen ist, beschäftigt viele werdende Eltern. Ein gutes Verständnis der Anzeichen kann dabei helfen, diese Entscheidung mit mehr Sicherheit zu treffen.
Wehenabstände und Dauer
Die Faustformel lautet: Fahren Sie ins Krankenhaus, wenn die Wehen über einen Zeitraum von etwa einer Stunde regelmäßig alle fünf bis zehn Minuten kommen und immer stärker werden. Achten Sie darauf, dass jede Wehe mindestens 30-60 Sekunden andauert. Dennoch gilt: Der richtige Zeitpunkt ist individuell verschieden. Manche Frauen fühlen sich mit kürzeren Abständen zu Hause noch wohl, während andere bei größeren Abständen bereits Betreuung benötigen.
Körperliche Anzeichen für Geburtsbeginn
Bei Fruchtwasserverlust sollten Sie sich unabhängig von der Wehentätigkeit schnellstmöglich ins Krankenhaus begeben, um Infektionen zu vermeiden. Weitere Anzeichen, die einen Klinikbesuch erforderlich machen:
Starke Blutungen
Erhöhter Blutdruck, Herzrasen oder Schwindelgefühle
Auffällig veränderte Kindsbewegungen
Plötzliche starke Kopfschmerzen oder Sehstörungen
Ein hilfreicher Tipp: Um echte Geburtswehen von Vorwehen zu unterscheiden, nehmen Sie ein warmes Bad. Echte Wehen verstärken sich durch die Wärme, Vorwehen hingegen lassen nach.
Besonderheiten bei Hausgeburten
Bei geplanten Hausgeburten sollte die Hebamme spätestens eintreffen, wenn die Wehen im Abstand von fünf Minuten kommen. Etwa 17,3% der außerklinisch begonnenen Geburten enden in einer Klinik, wobei nur 1% davon als Notfall eingestuft wird. Bei Erstgebärenden liegt die Verlegungsrate mit 35,3% deutlich höher als bei Mehrgebärenden mit 7,7%.
Fazit
Wehen stellen zweifelsohne eine der intensivsten körperlichen Erfahrungen im Leben einer Frau dar. Dennoch bleibt die Wahrheit bestehen: Jede Geburt verläuft anders und jede Frau erlebt ihre Wehen auf einzigartige Weise. Während manche Frauen die Schmerzen als wellenartige Menstruationskrämpfe beschreiben, empfinden andere sie als überwältigenden Druck oder starkes Ziehen im unteren Rücken.
Unabhängig davon, wie stark die Wehen empfunden werden, arbeitet der weibliche Körper mit erstaunlicher Präzision. Das Zusammenspiel der Hormone, besonders Oxytocin und Endorphine, orchestriert den gesamten Geburtsprozess – von den ersten Vorwehen bis hin zu den kraftvollen Presswehen und schließlich den Nachwehen.
Der Geburtsprozess folgt zwar einem natürlichen Rhythmus, allerdings entscheidet letztendlich jede Frau selbst, wie sie mit den Wehenschmerzen umgehen möchte. Einige bevorzugen natürliche Methoden zur Schmerzlinderung, während andere auf medikamentöse Unterstützung zurückgreifen – beides sind absolut legitime Wege, um durch die Geburt zu gehen.
Besonders wichtig erscheint dabei die Atmosphäre während der Geburt. Eine vertrauensvolle Umgebung sowie eine einfühlsame Begleitung können den Unterschied zwischen einer traumatischen und einer ermächtigenden Geburtserfahrung ausmachen. Tatsächlich wirkt eine gute Geburtsbegleitung manchmal fast so effektiv wie ein Schmerzmittel.
Werdende Mütter sollten außerdem wissen: Es gibt keinen "richtigen" Zeitpunkt, ins Krankenhaus oder Geburtshaus zu fahren – dies hängt von individuellen Faktoren und dem eigenen Wohlbefinden ab. Trotzdem bieten die genannten Richtwerte eine hilfreiche Orientierung.
Abschließend möchten wir betonen, dass die Geburt eines Kindes zwar eine Herausforderung darstellt, gleichzeitig aber auch ein Beweis für die unglaubliche Kraft des weiblichen Körpers ist. Unabhängig davon, wie eine Frau ihre Wehen erlebt – jede Geburtserfahrung verdient Respekt und Anerkennung. Mit dem richtigen Wissen, einer guten Vorbereitung und unterstützender Begleitung können werdende Mütter dieser einzigartigen Erfahrung mit mehr Zuversicht entgegensehen.
FAQs
Q1. Wie erkenne ich, dass die Geburt beginnt? Die ersten Anzeichen für den Geburtsbeginn sind regelmäßige Wehen, die alle 5-10 Minuten auftreten und stärker werden. Auch ein Fruchtwasserabgang oder ein blutiger Schleimpfropf können auf den Geburtsbeginn hindeuten. Jede Frau erlebt den Beginn individuell.
Q2. Wie fühlen sich die ersten Wehen an? Frühe Wehen werden oft als verstärkte Menstruationsschmerzen beschrieben. Sie beginnen meist als leichtes Ziehen im unteren Rücken oder Bauch und werden dann intensiver. Der Schmerz baut sich wellenförmig auf, erreicht einen Höhepunkt und klingt dann wieder ab.
Q3. Kann man Wehen mit anderen Schmerzen vergleichen? Wehen sind eine einzigartige Erfahrung, aber manche Frauen vergleichen sie mit sehr starken Menstruationskrämpfen. Andere beschreiben sie als intensiven Druck oder starkes Ziehen im Rücken und Unterleib. Die Intensität nimmt im Laufe der Geburt zu.
Q4. Wann ist der richtige Zeitpunkt, ins Krankenhaus zu fahren? Generell sollten Sie ins Krankenhaus fahren, wenn die Wehen regelmäßig alle 5 Minuten kommen und jeweils 30-60 Sekunden andauern. Bei Fruchtwasserabgang oder starken Blutungen sollten Sie sofort losfahren. Hören Sie auf Ihr Gefühl - jede Geburt verläuft individuell.
Q5. Wie kann ich mit den Wehenschmerzen umgehen? Es gibt verschiedene Möglichkeiten, mit Wehenschmerzen umzugehen. Entspannungstechniken wie Atmen und Bewegung können helfen. Eine vertrauensvolle Umgebung und gute Geburtsbegleitung sind wichtig. Manche Frauen nutzen natürliche Methoden zur Schmerzlinderung, andere entscheiden sich für eine PDA. Wählen Sie, was sich für Sie richtig anfühlt.
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