Grippeimpfung in der Schwangerschaft – so schützt sie Sie und Ihr Baby

Die Grippeimpfung während der Schwangerschaft beschäftigt viele werdende Mütter mit Fragen zur Sicherheit und Wirksamkeit. Ist der Impfstoff wirklich unbedenklich für mein ungeborenes Kind? Wann ist der beste Zeitpunkt für die Impfung? Diese Bedenken sind verständlich, besonders in einer Zeit, in der Gesundheitsentscheidungen sorgfältig abgewogen werden müssen.

Während eine Schwangerschaft an sich schon eine besondere Phase im Leben einer Frau darstellt, macht das veränderte Immunsystem werdende Mütter anfälliger für schwere Krankheitsverläufe bei einer Grippeinfektion. Deshalb haben führende Gesundheitsexperten und die Ständige Impfkommission (STIKO) ihre Empfehlungen für 2024 aktualisiert. In diesem Artikel erfahren Sie, warum Expertinnen und Experten die Grippeimpfung in der Schwangerschaft befürworten, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse dahinterstehen und wie Sie sich und Ihr Baby optimal schützen können.

Warum die Grippe in der Schwangerschaft gefährlich ist

Eine Grippe ist für schwangere Frauen deutlich gefährlicher als für nicht schwangere Personen. Das Risiko, sich während einer Influenza-Epidemie mit dem Virus anzustecken, steigt in der Schwangerschaft erheblich an. Obwohl oft unterschätzt, können die Auswirkungen einer Infektion sowohl für die werdende Mutter als auch für das ungeborene Kind schwerwiegend sein.

Verändertes Immunsystem bei Schwangeren

Lange Zeit vermutete man, dass das Immunsystem während der Schwangerschaft einfach gedrosselt wird, um Abstoßungsreaktionen gegen den Embryo zu vermeiden. Neuere Forschungen zeigen allerdings, dass das Immunsystem keineswegs schwächer, sondern vielmehr verändert ist. Es passt sich gezielt und aktiv an die besonderen Herausforderungen der Schwangerschaft an.

Diese physiologischen und immunologischen Veränderungen machen Schwangere empfänglicher für virale Erreger wie das Grippevirus. Besonders interessant: Bei einer Influenza reagieren zwei Typen von Lymphozyten bei Schwangeren heftiger auf die Infektion als bei anderen Frauen – die natürlichen Killerzellen (NK) und die T-Lymphozyten. Diese produzieren verstärkt Chemokine und andere Zytokine, die Entzündungsreaktionen verschärfen können. Diese übermäßige Reaktion erklärt teilweise, warum Grippeverläufe während der Schwangerschaft oft komplizierter sind.

Risiken für Mutter: Lungenentzündung, Krankenhausaufenthalt

Im Verlauf der Schwangerschaft steigt das Risiko für schwere Verläufe der Grippe kontinuierlich an. Die überschießende Immunreaktion kann die Atmung beeinträchtigen, was erklärt, warum Schwangere bei einer Influenza ein erhöhtes Risiko für Lungenentzündungen haben – manchmal sogar mit tödlichem Ausgang.

Die Zahlen sind beunruhigend: Sechs von zehn Schwangeren, bei denen eine laborbestätigte Influenza diagnostiziert wurde, müssen ins Krankenhaus eingewiesen werden. Darüber hinaus können weitere Komplikationen wie Ohren- und Blutentzündungen auftreten, die im schlimmsten Fall zu septischem Schock, Meningitis und Enzephalitis (Gehirnentzündung) führen können.

Besonders gefährdet sind Frauen mit schwerer Influenza, die auf einer Intensivstation behandelt werden müssen. Bei ihnen ist das Risiko für Komplikationen deutlich erhöht, unabhängig vom Zeitpunkt der Schwangerschaft.

Risiken für das Kind: Frühgeburt, Wachstumsverzögerung

Eine Grippeinfektion während der Schwangerschaft stellt auch für das ungeborene Kind eine erhebliche Gefahr dar. Die Folgen können gravierend sein:

  • Das Risiko für eine Frühgeburt erhöht sich deutlich.

  • Die Gefahr eines fetalen Todes wird durch eine Influenza erhöht.

  • Ein Teil der Grippeerkrankungen während der Schwangerschaft führt zu einer Totgeburt.

  • Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft an Grippe erkrankten, kommen häufig mit einem niedrigeren Gewicht zur Welt.

  • Bei schwerer Influenza im ersten Trimenon steigt das Risiko für eine Frühgeburt im Vergleich zu anderen Schwangerschaftsstadien deutlich an.

Zudem zeigen Studien, dass Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft an Grippe erkrankt waren, in den ersten Lebensmonaten ein erhöhtes Infektionsrisiko besitzen. Bei ihnen scheint die Funktion des Immunsystems beeinträchtigt zu sein, sodass spezielle Immunzellen, sogenannte alveoläre Makrophagen, eindringende Erreger schlechter bekämpfen können.

Aus diesen Gründen ist es wichtig, das Risiko einer Grippeerkrankung während der Schwangerschaft ernst zu nehmen und geeignete Schutzmaßnahmen zu treffen – allen voran die von der STIKO empfohlene Grippeimpfung.

Was die STIKO 2024 zur Grippeimpfung empfiehlt

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat klare Richtlinien zur Grippeimpfung während der Schwangerschaft formuliert. Diese Empfehlungen basieren auf umfassenden Forschungsergebnissen, die sowohl die Sicherheit als auch die Wirksamkeit der Impfung bestätigen. Schwangere sollten diese Richtlinien kennen, um fundierte Entscheidungen über ihren Gesundheitsschutz zu treffen.

Impfung ab dem 2. Trimester für gesunde Schwangere

Grundsätzlich empfiehlt die STIKO die Grippeimpfung für alle gesunden Frauen, die während der Grippesaison schwanger sind, ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel (2. Trimenon). Diese Empfehlung gilt seit 2010 und wurde für 2024 erneut bekräftigt. Der Zeitpunkt ab dem vierten Schwangerschaftsmonat ist bewusst gewählt.

Die zeitliche Empfehlung hat einen sensiblen Hintergrund: In der Frühschwangerschaft treten natürlicherweise häufiger Spontanaborte auf. Würde man in dieser Phase routinemäßig impfen, könnten solche natürlichen Ereignisse fälschlicherweise mit der Impfung in Verbindung gebracht werden. Dies könnte für die betroffenen Frauen eine besondere psychische Belastung darstellen. Allerdings ist zu betonen, dass die Grippeimpfung in jedem Schwangerschaftsstadium als unbedenklich gilt.

Idealerweise sollte die Impfung im Spätherbst (ab Oktober bis Mitte Dezember) verabreicht werden, um den optimalen Schutz während der Hauptgrippesaison zu gewährleisten.

Frühere Impfung bei Vorerkrankungen

Besonders wichtig: Bei Schwangeren mit chronischen Grunderkrankungen empfiehlt die STIKO die Impfung bereits ab dem ersten Schwangerschaftsdrittel. Diese Empfehlung gilt unabhängig vom Schwangerschaftsstadium.

Zu den relevanten Vorerkrankungen, die eine frühere Impfung rechtfertigen, gehören:

  • Asthma oder andere Atemwegserkrankungen mit eingeschränkter Lungenfunktion

  • Chronische Herz-Kreislauf-, Leber- oder Nierenkrankheiten

  • Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten

  • Neurologische oder neuromuskuläre Grunderkrankungen

  • Erkrankungen mit eingeschränktem Immunsystem oder entsprechende Medikamenteneinnahme

Der Grund für diese frühere Empfehlung liegt auf der Hand: Diese Frauen tragen aufgrund ihrer Grunderkrankung ein zusätzlich erhöhtes Risiko, bei einer Influenza-Infektion einen schweren oder sogar tödlichen Krankheitsverlauf zu entwickeln.

Kombination mit COVID-19-Impfung möglich

Ein wesentlicher Punkt der aktuellen STIKO-Empfehlungen: Die Grippeimpfung kann problemlos zusammen mit der COVID-19-Impfung verabreicht werden. Die STIKO hat klargestellt, dass zwischen diesen Impfungen kein Mindestabstand mehr eingehalten werden muss.

Konkret bedeutet dies, dass beide Impfungen am selben Tag erfolgen können – ein praktischer Vorteil für Schwangere, die sich ohnehin regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen unterziehen. "Schwangere, die sich bei ihrer Frauenärztin gegen Grippe impfen lassen wollen, können also am gleichen Tag auch eine Corona-Impfung bekommen", betont auch der Berufsverband der Frauenärzte.

Bei gleichzeitiger Verabreichung sollten die Injektionen allerdings an unterschiedlichen Gliedmaßen erfolgen. Dies ist ein wichtiger praktischer Hinweis für das medizinische Personal.

Die STIKO empfiehlt allen Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel die COVID-19-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff. Auch hier gilt: Die Impfung wirkt sich weder negativ auf die Mutter noch auf das Baby aus.

Darüber hinaus ist es wichtig zu verstehen, dass es sich bei der Grippeimpfung um einen Totimpfstoff handelt. Dies bedeutet, dass keine lebenden Viren enthalten sind, die eine Infektion auslösen könnten. Der Impfstoff ist somit während der gesamten Schwangerschaft unbedenklich und wurde bereits häufig in der Schwangerschaft erfolgreich eingesetzt.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Die STIKO-Empfehlungen zur Grippeimpfung in der Schwangerschaft sind eindeutig und basieren auf soliden wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die zeitliche Abstufung – ab dem 2. Trimester für gesunde Schwangere, ab dem 1. Trimester bei Vorerkrankungen – berücksichtigt sowohl medizinische als auch psychologische Faktoren.

Wie die Impfung Mutter und Kind schützt

Die Grippeimpfung schützt nicht nur die werdende Mutter selbst, sondern bietet zugleich einen wertvollen Schutz für das ungeborene und neugeborene Kind. Diese doppelte Schutzfunktion ist ein entscheidender Vorteil, den viele Schwangere nicht kennen. Die wissenschaftlichen Daten belegen eindeutig, wie effektiv dieser Schutz tatsächlich ist.

Nestschutz durch Antikörperübertragung

Der sogenannte Nestschutz entsteht, wenn Antikörper der Mutter auf das Kind übertragen werden. Nach einer Grippeimpfung bildet die Schwangere Antikörper, die durch die Plazenta (Mutterkuchen) auf das ungeborene Kind übergehen. Diese natürliche Übertragung ist ein faszinierender Prozess: Über den gemeinsamen Blutkreislauf vor der Geburt erreichen die schützenden Antikörper das Baby und bereiten sein Immunsystem auf die Zeit nach der Geburt vor.

Dieser Vorgang ist besonders wichtig, da Säuglinge selbst erst ab dem sechsten Lebensmonat gegen Grippe geimpft werden können. Ohne den Nestschutz wären sie in den ersten Monaten ihres Lebens den Grippeviren schutzlos ausgeliefert. Durch die mütterliche Impfung erhält das Baby hingegen einen passiven Immunschutz, der etwa ein halbes Jahr anhält.

Reduziertes Risiko für schwere Verläufe

Die Grippeimpfung senkt nachweislich das Risiko für Mutter und Kind, schwer an Grippe zu erkranken. Für die Schwangere selbst bedeutet dies eine deutliche Verringerung des Risikos für Komplikationen wie Lungenentzündungen oder Krankenhausaufenthalte. Insbesondere im dritten Schwangerschaftsdrittel, wenn das Risiko für schwere Grippeverläufe am höchsten ist, bietet die Impfung einen wirksamen Schutz.

Bemerkenswert sind auch die Auswirkungen auf die Schwangerschaft selbst: Nach einer Grippeimpfung kommt es zu weniger Frühgeburten und Wachstumsstörungen beim Kind. Die Daten zeigen deutlich, dass geimpfte Schwangere ihre Schwangerschaft häufiger komplikationslos zu Ende bringen können. Dennoch liegen die Impfraten mit etwa 17 Prozent (Stand 2022) viel zu niedrig.

Eine Studie aus den USA unterstreicht die Wirksamkeit der Impfung: Wurden die Mütter während der Schwangerschaft geimpft, mussten deutlich weniger Babys stationär im Krankenhaus wegen Influenza behandelt und in der Notaufnahme versorgt werden. Bei Babys unter drei Monaten war der Schutz vor Krankenhauseinweisungen besonders ausgeprägt.

Schutz des Neugeborenen in den ersten Lebenswochen

Besonders wirkungsvoll ist der Schutz für Neugeborene in den ersten drei Lebensmonaten. In dieser Zeit ist ihr eigenes Immunsystem noch nicht vollständig entwickelt, weshalb sie auf den Nestschutz angewiesen sind. Wissenschaftliche Daten belegen, dass Säuglinge von geimpften Müttern in den ersten sechs Lebensmonaten ein deutlich geringeres Risiko für grippebedingte Krankenhausaufenthalte und Komplikationen haben.

Der Schutz für das Neugeborene funktioniert dabei zweistufig: Zunächst werden die Antikörper vor der Geburt über die Plazenta übertragen, später erfolgt eine zusätzliche Übertragung über die Muttermilch. Dadurch entsteht ein kontinuierlicher Schutz, bis das Kind selbst geimpft werden kann.

Besonders gefährdet sind Frühgeborene. Bei sehr kleinen Frühchen können Influenza-Infektionen zu schwersten Krankheitsverläufen und sogar Hirnschäden führen. Deshalb ist der indirekte Schutz durch die Impfung der Mutter für diese vulnerablen Kinder besonders wertvoll.

Die beste Effektivität zeigt die Impfung übrigens, wenn die Mutter im dritten Trimester geimpft wurde. Diese Erkenntnis deckt sich mit den Empfehlungen der STIKO, die die Impfung ab dem zweiten Trimester empfiehlt, sofern keine chronischen Grunderkrankungen vorliegen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Die Grippeimpfung in der Schwangerschaft bietet einen doppelten Schutz – für die Mutter und das Kind. Dieser Schutz reicht von der Schwangerschaft bis in die ersten Lebensmonate des Kindes hinein und kann schwerwiegende Komplikationen verhindern.

Sicherheit und Inhaltsstoffe des Impfstoffs

Viele Schwangere zögern bei der Grippeimpfung aufgrund von Bedenken über Sicherheitsaspekte und Inhaltsstoffe. Ein genauerer Blick auf die wissenschaftlichen Fakten zeigt jedoch, dass diese Sorgen weitgehend unbegründet sind.

Totimpfstoff: keine lebenden Viren

Bei den Grippeimpfstoffen handelt es sich um sogenannte Totimpfstoffe. Dies bedeutet, dass sie keine lebenden, vermehrungsfähigen Erreger enthalten, sondern lediglich bestimmte Virusteile, die für eine Immunantwort notwendig sind. Dieser fundamentale Aspekt ist entscheidend: Da keine lebenden Viren im Impfstoff vorhanden sind, kann dieser keine Grippeerkrankung auslösen. Der Grippeimpfstoff wird jedes Jahr entsprechend den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation neu zusammengestellt, um optimalen Schutz gegen die aktuell zirkulierenden Virusstämme zu bieten.

Keine Gefahr für das ungeborene Kind

Die Sicherheit der Grippeimpfung während der Schwangerschaft ist durch umfangreiche Studien belegt. Inaktivierte Grippeimpfstoffe können während der gesamten Schwangerschaft angewendet werden. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen eindeutig: Es wurde keine erhöhte Zahl von schweren Nebenwirkungen nach einer Grippeimpfung festgestellt. Weder war die Anzahl der Frühgeburten oder Kaiserschnitte erhöht, noch gab es Unterschiede im Gesundheitszustand der Säuglinge nach der Geburt.

Mittlerweile existieren ausreichend Erfahrungen und wissenschaftliche Beweise zur Sicherheit von inaktivierten Grippeimpfstoffen während der Schwangerschaft – sowohl für die Mutter als auch für das Kind. Darüber hinaus enthält die Grippeimpfung kein Aluminium und kein Quecksilber. Die Virus-Teilchen gelangen nicht bis zum ungeborenen Baby, weshalb keine direkte Gefährdung besteht.

Inhaltsstoffe wie Formaldehyd, Hühnereiweiß, Antibiotika – in sicheren Mengen

Traditionell werden Grippeimpfstoffe unter Verwendung von Hühnereiern hergestellt, wodurch Spuren von Hühnereiweiß im Impfstoff enthalten sein können. Für die Produktion werden keimfreie Hühnereier mit den Viren beimpft und dann einige Tage bei 37 Grad im Brutschrank aufbewahrt.

Bei der Herstellung kommen zudem geringe Mengen Formaldehyd zum Einsatz. Die zulässige Höchstmenge in Impfstoffen ist streng begrenzt und liegt weit unter den Mengen, die Menschen täglich über die Nahrung aufnehmen. In einer Grippeimpfung ist somit maximal ein Bruchteil der Formaldehyd-Menge enthalten, die man täglich mit der Nahrung aufnimmt.

Obwohl Antibiotika im Herstellungsprozess verwendet werden, sind diese nur in so geringen Spuren vorhanden, dass eine positive oder negative Wirkung auf Krankheitskeime ausgeschlossen ist. Die zulässigen Höchstmengen aller Inhaltsstoffe sind im Europäischen Arzneibuch streng geregelt.

Für Personen mit einer ärztlich diagnostizierten schweren Allergie gegen Hühnereiweiß steht inzwischen ein hühnereiweißfreier, in Zellkulturen hergestellter Grippeimpfstoff zur Verfügung. Dieser Zellkulturimpfstoff ist zusätzlich frei von Formaldehyd und Antibiotika, was ihn zu einer guten Alternative macht.

Weitere Schutzmaßnahmen neben der Impfung

Neben der Grippeimpfung gibt es weitere wichtige Maßnahmen, die schwangere Frauen vor einer Infektion schützen können. Diese ergänzenden Strategien bieten zusammen mit der Impfung einen umfassenderen Schutz für Mutter und Kind.

Händehygiene und Abstand

Grippeviren werden hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion beim Sprechen, Husten oder Niesen übertragen, aber auch über Hände und Oberflächen. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife verhindert die Weitergabe von Krankheitserregern. Besonders nach Kontakt mit potenziell kontaminierten Oberflächen wie Türgriffen, Geländern oder Einkaufswagen ist dies wichtig. Darüber hinaus sollte Abstand zu erkrankten Personen gehalten werden, was allerdings nicht über den gesamten Winter möglich ist, vor allem für berufstätige Schwangere oder solche mit Kindern.

Impfung des Umfelds (Partner, Großeltern, Klinikpersonal)

Ein Grippe-Impfschutz von Lebenspartnern und weiteren Familienmitgliedern kann den Schutz vor Grippeerkrankungen bei Mutter und Kind erheblich erweitern. Diese Strategie wird besonders wichtig, wenn der Entbindungstermin näher rückt. Fragen Sie nach, ob das Personal im Kreißsaal, auf der Wochenstation und auf der Neugeborenenstation gegen Grippe geimpft ist, um das Neugeborene in den ersten Lebenswochen vor einer lebensgefährlichen Ansteckung zu schützen.

Gesunder Lebensstil zur Stärkung des Immunsystems

Für ein starkes Immunsystem empfehlen Experten:

  • Eine bunte, nährstoffreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse, die wichtige Vitamine und Nährstoffe liefert

  • Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, die immunologische Prozesse positiv stimuliert

  • Ausreichend Schlaf und Entspannungsphasen zur Stressreduktion

Striktes Nichtrauchen, keine überhitzte trockene Raumluft und keine längere Auskühlung sind zusätzliche wichtige Faktoren. Mit diesen Maßnahmen können Schwangere ihr Immunsystem nachhaltig stärken und damit das Infektionsrisiko verringern.

Fazit

Die Grippeimpfung stellt zweifellos eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen für schwangere Frauen dar. Während der Schwangerschaft reagiert das Immunsystem anders auf Infektionen, was schwangere Frauen besonders anfällig für schwere Grippeverläufe macht. Deshalb empfiehlt die STIKO die Impfung ab dem zweiten Trimester – beziehungsweise bereits ab dem ersten Trimester bei Vorerkrankungen.

Besonders bemerkenswert ist dabei der doppelte Schutzeffekt: Die Impfung schützt nicht nur die werdende Mutter vor schwerwiegenden Komplikationen, sondern gleichzeitig auch das ungeborene Kind. Durch die Übertragung von Antikörpern entsteht der sogenannte Nestschutz, der das Neugeborene während seiner ersten, besonders vulnerablen Lebensmonate vor einer Grippeinfektion bewahrt.

Ungeachtet weit verbreiteter Bedenken ist die Sicherheit der Grippeimpfung während der Schwangerschaft mittlerweile durch zahlreiche wissenschaftliche Studien belegt. Als Totimpfstoff enthält sie keine lebenden Viren und kann somit keine Infektion auslösen. Außerdem sind alle Inhaltsstoffe in sicheren Mengen dosiert und stellen kein Risiko für Mutter oder Kind dar.

Dennoch bleibt die Impfrate bei Schwangeren mit rund 17 Prozent erschreckend niedrig. Diese Zurückhaltung erscheint angesichts der Fakten unbegründet. Die Grippeimpfung reduziert nachweislich das Risiko für Frühgeburten, Wachstumsstörungen und schwere Krankheitsverläufe.

Zusätzlich zur Impfung sollten Schwangere auf gründliche Händehygiene achten, Abstand zu Erkrankten halten und einen gesunden Lebensstil pflegen. Idealerweise lassen sich auch Familienmitglieder und enge Kontaktpersonen gegen Grippe impfen, um einen umfassenden Schutzschild für Mutter und Kind zu errichten.

Abschließend lässt sich sagen: Die Grippeimpfung während der Schwangerschaft ist eine sichere, effektive und von Experten dringend empfohlene Maßnahme zum Schutz zweier Leben. Werdende Mütter sollten das Thema aktiv bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung ansprechen, um eine fundierte Entscheidung für ihre Gesundheit und die ihres Kindes zu treffen.

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